Inflationsrechner mit Verbraucherpreisindex
Amtliche monatliche Verbraucherpreisindizes: die Inflation über einen Zeitraum und der Wert des Geldes damals und heute.
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Preisindizes: Statistisches Bundesamt (Destatis), Verbraucherpreisindex für Deutschland (VPI). Letzter Datenmonat: September 2026
Was der Inflationsrechner zeigt
Dieser Inflationsrechner beantwortet zwei eng verwandte Fragen über die Vergangenheit. Erstens: Wie stark sind die Preise zwischen zwei Monaten gestiegen, etwa in den letzten zwölf Monaten oder seit Januar 2020? Zweitens: Was ist ein Betrag aus einem Monat in den Preisen eines anderen wert, zum Beispiel ein Gehalt von vor zehn Jahren in heutigem Geld?
Beide Antworten beruhen auf amtlichen Daten. Voreingestellt ist der Verbraucherpreisindex für Deutschland (VPI) des Statistischen Bundesamtes (Destatis) mit Monatswerten ab Januar 1991, also seit dem ersten Monat, für den es einen gesamtdeutschen Index gibt. Sie können auch Frankreich, Spanien, Italien, die USA oder die Ukraine wählen; dann wechselt der Rechner zum nationalen Verbraucherpreisindex und zur Währung dieses Landes. Die Daten sind in die Seite eingebaut, gerechnet wird in Ihrem Browser, und Ihre Eingaben werden nirgendwohin gesendet.
Ein amtlicher Preisindex ist öfter nützlich, als man denkt. Er zeigt, ob eine Gehaltserhöhung real etwas gebracht hat oder nur auf dem Papier. Er übersetzt alte Ersparnisse, einen früheren Kaufpreis oder eine Miete von damals in heutiges Geld. Er macht die Rendite eines Tagesgelds oder einer Anleihe mit der Teuerung desselben Zeitraums vergleichbar. Und er ist der Ausgangspunkt jeder Indexmiete oder Wertsicherungsklausel, auch wenn dort meist eigene Regeln hinzukommen.
In diesem Ratgeber:
- wie Sie die Felder ausfüllen und die Ergebnisse lesen
- wie die Inflation über einen Zeitraum berechnet wird und warum Monatswerte multipliziert werden
- wann „Zwischen Monaten“ und wann „Monate einschließlich“ passt
- die Inflation in Deutschland Jahr für Jahr und die Indizes der anderen Länder
- durchschnittliche Inflation, Kaufkraft und der Realcheck fürs Gehalt
- woher die Daten kommen, D-Mark-Beträge und die Lücke im US-Index
- Rechenbeispiele, Indexmiete, typische Fehler und Grenzen
Wer zuerst verstehen möchte, was Inflation überhaupt ist, liest den Grundlagenartikel über Inflation und warum Geld an Wert verliert.
So nutzen Sie den Rechner: Land, Monate, Betrag
Der Bereich „Ihre Zahlen“ hat sechs Zeilen.
- Land. Deutschland ist voreingestellt. Wenn Sie das Land wechseln, passen sich die verfügbaren Monate und die Währung an, und ein angeheftetes Szenario wird gelöscht, weil ein Vergleich von Euro und Dollar keinen Sinn ergibt. Der eingegebene Betrag bleibt stehen.
- Zählweise. Zwei Schaltflächen: „Zwischen Monaten“ und „Monate einschließlich“. Voreingestellt ist „Zwischen Monaten“, so funktionieren die meisten Vergleiche von damals und heute. Den Unterschied erklärt der Abschnitt weiter unten.
- Startmonat. Monat und Jahr wählen Sie in zwei Listen. Der Hinweis unter dem Feld nennt den frühesten verfügbaren Monat.
- Endmonat. Er kann nicht vor dem Startmonat liegen: Schieben Sie den Startmonat über den Endmonat hinaus, zieht der Endmonat mit. Der Hinweis nennt den letzten verfügbaren Monat.
- Betrag in Preisen vom. „Startmonat“ rechnet den Betrag vorwärts in Preise des Endmonats um. „Endmonat“ rechnet rückwärts: Er zeigt, was Ihr Betrag in heutigen Preisen damals wert gewesen wäre.
- Betrag. Voreingestellt sind 1.000 €. Der Schieberegler reicht bis 100.000 €, eintippen können Sie bis zu einer Billion. Auf dem Smartphone hat das Feld Minus- und Plus-Tasten.
Beim Öffnen zeigt der Rechner die letzten zwölf Monate. Mit Daten bis September 2026 ist das September 2025 bis September 2026: Aus 1.000 € werden 1.032,63 €.
Die Ergebnisse lesen
Die Hauptzahl ist der Gegenwert, beschriftet mit dem, was genau gerechnet wurde, etwa „1.000,00 € in Preisen von September 2025 entsprechen in Preisen von September 2026“. Darunter folgen fünf Kennzahlen:
- Preisindex: das Preisniveau am Ende des Zeitraums, wenn es am Anfang 100 % betrug. 103,3 % heißt, der Warenkorb kostet das 1,033-Fache;
- Inflation im Zeitraum: dieselbe Information als Veränderung, also +3,3 %. Sind die Preise gefallen, ist die Zahl negativ;
- Durchschnittliche Inflation pro Jahr: die gleichmäßige Jahresrate, die dieselbe Teuerung ergäbe. Bei weniger als zwölf Monaten steht dort ein Strich mit dem Hinweis „weniger als 12 Monate“;
- Veränderung der Kaufkraft: wie viel weniger derselbe Betrag am Ende kauft. Bei 3,3 % Inflation sind das −3,2 %, nicht −3,3 %;
- Berücksichtigte Monate: die Zahl der Monatsveränderungen im Zeitraum.
Darunter liegen drei Reiter. Diagramm zeigt, wie sich der Gegenwert Monat für Monat entwickelt hat, mit einer gepunkteten Linie für den eingegebenen Betrag. Nach Jahren teilt den Zeitraum in Kalenderjahre: Monate, Veränderung in diesem Abschnitt, Veränderung seit Beginn und Gegenwert am Ende des Abschnitts. Nach Monaten listet jeden Monat mit seinem Index (Vormonat = 100) und der Veränderung seit Beginn auf; die Tabelle gibt es für Zeiträume bis 360 Monate.
Unter dem Ergebnis nennt der Rechner den letzten Datenmonat und die Quelle. Zum Vergleich anheften merkt sich die aktuelle Rechnung: Ändern Sie danach Monate oder Betrag, zeigt die Hauptzahl den Unterschied zum angehefteten Ergebnis. PDF speichert Eingaben, Kennzahlen und die Jahrestabelle, Zurücksetzen stellt die Ausgangswerte wieder her. Der Abschnitt „So wird gerechnet“ fasst Daten und Rundung zusammen. Auf Smartphone und Tablet liegt das Ergebnis in einer Leiste am unteren Bildschirmrand; „Details“ öffnet Kennzahlen und Reiter.
So wird die Inflation über einen Zeitraum berechnet
Ein Verbraucherpreisindex ist ein Preisniveau im Verhältnis zu einem Basisjahr. Der VPI ist derzeit auf 2020 = 100 normiert. Im September 2026 stand er bei 126,6, die Preise lagen also gut ein Viertel über dem Durchschnitt des Jahres 2020. Der Stand für sich sagt wenig; entscheidend ist das Verhältnis zweier Monate:
Preisindex = VPI(Endmonat) ÷ VPI(Startmonat) × 100 %
Inflation im Zeitraum = Preisindex − 100 %
Gegenwert = Betrag × VPI(Endmonat) ÷ VPI(Startmonat)- für die Rückrechnung in Preise des Startmonats teilen Sie den Betrag durch dasselbe Verhältnis, statt ihn damit zu multiplizieren;
- das Basisjahr kürzt sich heraus, ein umbasierter Index liefert also dasselbe Verhältnis.
Ein Beispiel mit den Werten des Rechners: September 2025 stand der VPI bei 122,6, September 2026 bei 126,6. 126,6 ÷ 122,6 = 1,0326, die Preise stiegen um 3,3 %. Genau diese Rate hat Destatis für September 2026 gemeldet. Mehr dazu, wie ein Index aus vielen Einzelpreisen entsteht und warum er auf eine Basis normiert wird, erklärt der Artikel Was sind Indizes?.
Manche Statistikämter, etwa das ukrainische, veröffentlichen statt Indexständen Monatsindizes: die Preise eines Monats im Verhältnis zum Vormonat, der Vormonat gleich 100. Für eine Veränderung über mehrere Monate werden diese multipliziert, nicht addiert, denn jeder Anstieg setzt auf den Preisen des Vormonats auf. Der Rechner verkettet sie in Ihrem Browser zu einer Reihe und bildet dann dasselbe Verhältnis; die Methode ist also für jedes Land gleich.
Zwei weitere Kennzahlen folgen aus dem Preisindex:
Durchschnittliche Inflation pro Jahr = (Preisindex ÷ 100 %)^(12 ÷ Monate) − 1
Veränderung der Kaufkraft = 100 % ÷ Preisindex − 1Die zweite Formel erklärt, warum die Kaufkraft langsamer sinkt, als die Preise steigen. Verdoppeln sich die Preise, ist der Index 200 %, und Geld kauft 50 % weniger, nicht 100 % weniger. In Deutschland ist das seit der Wiedervereinigung fast genau geschehen: Von Januar 1991 bis September 2026 ergibt sich ein Preisindex von 209,3 % und eine Veränderung der Kaufkraft von −52,2 %.
Zwischen Monaten oder Monate einschließlich
Die beiden Schaltflächen lesen „von Monat A bis Monat B“ unterschiedlich. Beide sind richtig, aber sie beantworten verschiedene Fragen, und hier liegt die häufigste Ursache für Abweichungen von Zahlen, die man anderswo gesehen hat.
Zwischen Monaten vergleicht das Preisniveau des Endmonats mit dem des Startmonats. Januar bis September sind acht Monatsveränderungen: Februar, März und so weiter bis September. Die Veränderung des Januars selbst bleibt außen vor, weil der Januar der Bezugspunkt ist. Das ist richtig, wenn ein Betrag an einen bestimmten Monat gebunden ist: ein Gehalt vom September 2016, ein Kaufpreis vom März, ein Mietbeginn im Mai. So rechnen auch die meisten Vergleiche von damals und heute.
Monate einschließlich multipliziert die Monatsveränderungen aller Monate vom ersten bis zum letzten. Januar bis September sind dann neun Monate, gemessen ab dem Preisniveau des vorangegangenen Dezembers. So entstehen Angaben wie „seit Jahresbeginn“ oder die Teuerung eines ganzen Jahres von Dezember zu Dezember.
| Zeitraum | Zwischen Monaten | Monate einschließlich |
|---|---|---|
| Januar–September 2026 | 8 Monate, 103,1 % | 9 Monate, 103,2 % |
| Dezember 2024 bis Dezember 2025 | 12 Monate, 101,8 % | 13 Monate, 102,3 % |
| Januar–Dezember 2025 | 11 Monate, 102,0 % | 12 Monate, 101,8 % |
| nur September 2026 | 0 Monate, 100 % | 1 Monat, 100,6 % |
Die Faustregel: Für ein Kalenderjahr wählen Sie entweder „Monate einschließlich“ mit Januar bis Dezember oder „Zwischen Monaten“ mit dem Dezember des Vorjahres bis zum Dezember. Beide ergeben denselben Index. Für die Teuerung eines einzelnen Monats wählen Sie „Monate einschließlich“ mit gleichem Start- und Endmonat: September 2026 brachte gegenüber August ein Plus von 0,6 %.
Wenn Sie unsicher sind, schauen Sie auf „Berücksichtigte Monate“. „Januar bis September“ meint im Alltag 9 Monate, „September 2016 bis September 2026“ meint 120. Passt die Zahl nicht zu dem, was Sie im Kopf haben, wechseln Sie die Zählweise.
Inflation in Deutschland nach Jahren
Die folgende Tabelle wurde mit diesem Rechner aus dem VPI berechnet: Jede Zeile vergleicht den Dezember mit dem Dezember des Vorjahres. Die letzte Spalte zeigt, was 1.000 € vom Dezember des Vorjahres in Preisen dieses Dezembers wert waren.
| Jahr | VPI im Dezember | Dezember zu Dezember | 1.000 € ein Jahr später |
|---|---|---|---|
| 2017 | 96,9 | 1,4 % | 1.013,60 € |
| 2018 | 98,5 | 1,7 % | 1.016,51 € |
| 2019 | 100,0 | 1,5 % | 1.015,23 € |
| 2020 | 99,8 | −0,2 % | 998,00 € |
| 2021 | 104,7 | 4,9 % | 1.049,10 € |
| 2022 | 113,2 | 8,1 % | 1.081,18 € |
| 2023 | 117,4 | 3,7 % | 1.037,10 € |
| 2024 | 120,5 | 2,6 % | 1.026,41 € |
| 2025 | 122,7 | 1,8 % | 1.018,26 € |
Auf die ruhigen Jahre mit etwa anderthalb Prozent folgte 2020 sogar ein leichter Rückgang; im Dezember 2020 galt noch die befristete Senkung der Mehrwertsteuer. Danach kamen 4,9 % im Jahr 2021 und 8,1 % im Jahr 2022, der stärkste Anstieg von Dezember zu Dezember in dieser Tabelle. Über die neun Jahre zusammen stiegen die Preise um gut ein Viertel: Der Index ging von 95,6 im Dezember 2016 auf 122,7 im Dezember 2025, ein Verhältnis von 1,283.
Die Zahlen von Dezember zu Dezember sind nicht dieselben wie die Jahresteuerung, die Destatis jeweils im Januar meldet. Diese vergleicht den Durchschnitt aller zwölf Monate eines Jahres mit dem Durchschnitt des Vorjahres und fällt deshalb anders aus, besonders in Jahren, in denen sich die Inflation im Jahresverlauf stark verändert. Der Rechner bildet keine Jahresdurchschnitte.
Für ein beliebiges Jahr seit 1992 wählen Sie „Zwischen Monaten“ mit dem Dezember des Vorjahres und dem Dezember des gewünschten Jahres. Der Reiter „Nach Jahren“ erledigt das für einen längeren Zeitraum auf einmal, und „Nach Monaten“ zeigt, welche Monate am meisten beigetragen haben.
Welcher Preisindex für welches Land gilt
Jedes Land in der Liste nutzt seinen nationalen Verbraucherpreisindex, nicht saisonbereinigt, so wie ihn das Statistikamt veröffentlicht. Die Tabelle zeigt, was der Rechner verwendet und ab welchem Monat die Daten reichen.
| Land | Index | Herausgeber | Daten ab |
|---|---|---|---|
| Deutschland | Verbraucherpreisindex (VPI) | Destatis, über die Deutsche Bundesbank | Januar 1991 |
| Frankreich | Indice des prix à la consommation (IPC) | Insee | Januar 1996 |
| Spanien | Índice de precios de consumo (IPC) | INE | Januar 2002 |
| Italien | FOI-Index ohne Tabakwaren | Istat | Januar 1996 |
| USA | CPI-U, alle Güter, Durchschnitt der Städte | Bureau of Labor Statistics | Januar 1913 |
| Ukraine | Verbraucherpreisindizes, Vormonat = 100 | Staatlicher Statistikdienst | August 1991 |
Warum ohne Saisonbereinigung? Die Saisonbereinigung entfernt wiederkehrende Muster innerhalb des Jahres, damit Ökonomen einen Monat mit dem nächsten vergleichen können. Wer Preise über die Zeit vergleicht, will dagegen die Preise, die tatsächlich gezahlt wurden. Das US-Statistikamt BLS rät ausdrücklich, für Wertsicherungsvereinbarungen in der Regel nicht saisonbereinigte Indizes zu verwenden, und der deutsche VPI wird ohnehin als unbereinigte Reihe gemeldet.
VPI oder HVPI
Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien veröffentlichen zusätzlich einen harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), der in der ganzen EU nach gemeinsamen Regeln berechnet wird. An ihm misst die Europäische Zentralbank ihr Ziel von 2 % Inflation auf mittlere Sicht. Für Deutschland unterscheidet er sich vom VPI unter anderem dadurch, dass der VPI die Kosten des selbst genutzten Wohneigentums enthält und der HVPI nicht. Die beiden Raten liegen oft nah beieinander, im September 2026 lagen sie beide bei 3,3 %, können aber über Monate auseinanderlaufen.
Der Rechner nutzt den VPI, weil Destatis mit ihm die Inflationsrate für Deutschland meldet und weil das Bürgerliche Gesetzbuch für Indexmieten auf diesen Index verweist. Für die anderen Länder gilt dasselbe Prinzip: der Index, den das jeweilige Statistikamt als nationalen Verbraucherpreisindex veröffentlicht. Für die ukrainische Reihe weist der Herausgeber darauf hin, dass die Daten für 2014 bis Februar 2022 ohne die vorübergehend besetzten Gebiete der Krim, Sewastopol und Teile der Regionen Donezk und Luhansk berechnet sind und ab März 2022 ohne die von Russland vorübergehend besetzten Gebiete und Teile der Kampfgebiete.
Durchschnittliche Inflation pro Jahr und Kaufkraft
Die Teuerung über einen langen Zeitraum wirkt groß und lässt sich schlecht mit einem Jahreszins vergleichen. Deshalb zeigt der Rechner auch die durchschnittliche Inflation pro Jahr: die gleichmäßige Jahresrate, die über dieselbe Zeit dieselbe Teuerung ergäbe. Von Januar 2020 bis September 2026 stiegen die Preise in Deutschland um 26,9 % in 80 Monaten, das sind 3,6 % pro Jahr.
Diese Zahl vergleichen Sie mit dem Zins, den Ihr Geld gebracht hat. Lag ein Tagesgeld nach Steuern unter der durchschnittlichen Inflation desselben Zeitraums, hat das Ersparte Kaufkraft verloren, auch wenn der Kontostand gewachsen ist. Warum kleine jährliche Unterschiede über die Jahre so viel ausmachen, erklärt der Artikel über Zinseszins und den Zeitwert des Geldes.
Ein längerer Blick: Seit Januar 2002, dem Monat, in dem das Euro-Bargeld kam, bis September 2026 ergibt sich ein Preisindex von 162,9 %, im Schnitt 2,0 % pro Jahr. Das liegt nah an der Marke von 2 %, die die EZB anstrebt, allerdings misst sie am HVPI des Euroraums, nicht am deutschen VPI.
Die Kaufkraft ist das Spiegelbild der Inflation. Stiegen die Preise um 26,9 %, kauft derselbe Betrag 21,2 % weniger. Um seine Kaufkraft zu halten, muss Geld mindestens so schnell wachsen wie die Preise, Jahr für Jahr, und der Zinseszinseffekt wirkt auf beiden Seiten: bei den Preisen genauso wie beim Ersparten.
Ein Durchschnitt verdeckt auch den Weg. In den 80 Monaten oben stecken 8,1 % im Jahr 2022 und 1,8 % im Jahr 2025. Für Vergleiche ist der Durchschnitt nützlich, die eigentliche Geschichte erzählt der Reiter „Nach Jahren“.
Ist Ihr Gehalt real gestiegen?
Eine nominale Gehaltserhöhung macht Sie nicht automatisch reicher. Die reale Veränderung erhalten Sie, wenn Sie das Wachstum Ihres Gehalts durch das Wachstum der Preise im selben Zeitraum teilen:
Reale Veränderung = (neuer Betrag ÷ alter Betrag) ÷ (Preisindex ÷ 100 %) − 1Angenommen, Sie verdienten im September 2016 brutto 40.000 € im Jahr. „Zwischen Monaten“ von September 2016 bis September 2026 ergibt einen Preisindex von 132,6 % und einen Gegenwert von 53.026,18 €: So viel bräuchten Sie heute, um zu kaufen, was 40.000 € damals kauften. Verdienen Sie heute 55.000 €, ist Ihr Gehalt nominal um 37,5 % und real um 3,7 % gestiegen: 1,375 ÷ 1,3257 − 1. Verdienen Sie 50.000 €, sind das auf dem Papier +25 %, real aber −5,7 %.
Derselbe Check funktioniert für eine Rente, eine Miete, einen Immobilienpreis oder Kitagebühren. Liegt der neue Betrag unter dem Gegenwert, hat er gegenüber der Inflation verloren. Beim Gehalt zählt am Ende das Netto, und Steuern und Sozialabgaben können sich im selben Zeitraum ebenfalls verändert haben.
Woher die Daten stammen und wie oft sie sich ändern
Die deutschen Daten stammen von Destatis und werden über die Datenschnittstelle der Deutschen Bundesbank bezogen, die den VPI unverändert spiegelt; die anderen Reihen kommen direkt von den Datendiensten der jeweiligen Statistikämter. Die Zeile unter dem Rechner nennt Herausgeber, Reihe und Lizenz, für Deutschland die Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – Version 2.0. Die Daten werden nach neuen Veröffentlichungen aktualisiert, der letzte verfügbare Monat kann dem Kalender also ein bis zwei Monate hinterherhinken.
Destatis veröffentlicht zum Monatsende eine vorläufige Schätzung und etwa zur Monatsmitte des Folgemonats das endgültige Ergebnis; der Rechner nutzt nur die endgültigen Werte. Der VPI vom September 2026 erschien am 13. Oktober 2026.
Alte Werte ändern sich selten, aber sie können sich ändern. Der VPI wird etwa alle fünf Jahre auf ein neues Basisjahr umgestellt, zuletzt auf 2020 = 100. Bei einer solchen Umstellung rechnet Destatis die ganze Reihe neu, und Verhältnisse ab dem neuen Basisjahr können sich leicht verschieben. Die nächste Aktualisierung der Daten übernimmt das, ein Ergebnis kann sich danach also minimal verändern. Insee kennzeichnet einzelne jüngere französische Werte als revidiert; auch das kommt mit der nächsten Aktualisierung an.
Warum Ihr Ergebnis von der gemeldeten Inflationsrate abweichen kann
Der häufigste Grund ist eine andere Frage. Die Inflationsrate, die jeden Monat in den Nachrichten steht, ist die Veränderung gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Jahresteuerung ist der Vergleich der Jahresdurchschnitte. Daneben kursieren Zahlen zum HVPI oder saisonbereinigte Monatsraten. Wählen Sie dieselben Monate und dieselbe Zählweise wie die Zahl, die Sie prüfen, dann stimmen die Ergebnisse in aller Regel auf die angezeigte Nachkommastelle.
Die Lücke im US-Index
Die US-Reihe hat eine Lücke. Das Bureau of Labor Statistics konnte die Preise für Oktober 2025 während des Finanzierungsstopps der US-Bundesregierung nicht erheben und hat für diesen Monat keinen CPI-U veröffentlicht. Oktober 2025 lässt sich deshalb weder als Start- noch als Endmonat wählen, im Modus „Monate einschließlich“ auch November 2025 nicht als erster Monat. Zeiträume, die den Oktober nur durchlaufen, funktionieren normal. Im Diagramm erscheint der Monat als Lücke.
D-Mark-Beträge und andere Währungen
Preisindizes laufen über Währungswechsel hinweg weiter, ein Betrag muss aber in der Währung eingegeben werden, mit der der Rechner arbeitet. Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien haben den Euro 1999 als Buchgeld eingeführt, das Bargeld folgte im Januar 2002. Ein Betrag aus der Zeit davor wird zuerst zum festen Kurs in Euro umgerechnet:
| Land | Alte Währung | Fester Kurs je Euro |
|---|---|---|
| Deutschland | D-Mark | 1,95583 |
| Frankreich | Französischer Franc | 6,55957 |
| Spanien | Peseta | 166,386 |
| Italien | Lira | 1.936,27 |
Liegt der Startmonat vor Januar 2002, erinnert ein Hinweis unter dem Ergebnis an den Kurs; umrechnen müssen Sie selbst. Die spanischen Daten im Rechner beginnen 2002, dort erscheint der Hinweis nie. Ein Beispiel: 1.000 DM sind 1.000 ÷ 1,95583 = 511,29 €. Diesen Betrag tragen Sie ein, nicht 1.000.
Für die Ukraine gibt es einen vergleichbaren Hinweis: Vor September 1996 galt dort der Karbowanez, umgestellt im Verhältnis 100.000 zu einer Hrywnja. US-Dollar-Beträge brauchen über den ganzen Zeitraum seit 1913 keine Umrechnung.
Der Rechner rechnet nicht zwischen Währungen um. Euro-Ersparnisse verlieren mit der Inflation des Euro-Landes an Wert, in dem Sie leben und einkaufen, Dollar-Ersparnisse mit der US-Inflation; Wechselkursbewegungen sind eine eigene Frage. Wie Inflation, Zinsen und Wechselkurse in die Rendite verschiedener Anlagen hineinspielen, zeigt der Überblick über Arten von Geldanlagen.
Rechenbeispiele
Die folgenden Zahlen sind Ergebnisse des Rechners mit Daten bis September 2026. Sobald neuere Daten vorliegen, verschieben sich Endmonate und Beträge.
Beispiel 1: 100 € von vor zwei Jahren
Ausgangslage: Sie möchten wissen, was 100 € vom September 2024 in Preisen vom September 2026 wert sind und was heutige 100 € damals wert gewesen wären.
Schritte:
- Lassen Sie Land auf Deutschland und Zählweise auf „Zwischen Monaten“.
- Setzen Sie den Startmonat auf September 2024 und den Endmonat auf September 2026.
- Lassen Sie „Betrag in Preisen vom“ auf Startmonat und geben Sie 100 ein.
- Stellen Sie danach „Betrag in Preisen vom“ auf Endmonat um.
Ergebnis: vorwärts 105,76 €. Preisindex 105,8 %, Inflation +5,8 %, durchschnittliche Inflation pro Jahr 2,8 %, Veränderung der Kaufkraft −5,5 %, 24 Monate. „Nach Jahren“ zeigt +0,7 % für September bis Dezember 2024, +1,8 % für 2025 und +3,2 % für Januar bis September 2026, mit Gegenwerten von 100,67 €, 102,51 € und 105,76 €. Rückwärts entsprechen 100 € vom September 2026 nur 94,55 € in Preisen vom September 2024.
Fazit: Zwei Jahre moderater Inflation haben 100 € knapp 6 € Kaufkraft gekostet, mehr als die Hälfte davon im Jahr 2026.
Beispiel 2: ein D-Mark-Betrag von 1995 in heutigen Preisen
Ausgangslage: Ein Gebrauchtwagen kostete im Januar 1995 genau 1.000 DM. Was wäre dieser Betrag in Preisen vom September 2026?
Schritte:
- Rechnen Sie zuerst um: 1.000 ÷ 1,95583 = 511,29 €.
- Wählen Sie „Zwischen Monaten“, Startmonat Januar 1995, Endmonat September 2026.
- Lassen Sie „Betrag in Preisen vom“ auf Startmonat und geben Sie 511,29 ein.
Ergebnis: 919,45 €. Preisindex 179,8 %, Inflation +79,8 %, durchschnittliche Inflation pro Jahr 1,9 %, Veränderung der Kaufkraft −44,4 %, 380 Monate. Unter dem Ergebnis erscheint der Hinweis, dass die Preise vor 2002 auf D-Mark lauteten und der Betrag zum Kurs von 1,95583 einzugeben ist.
Fazit: Wer 1.000 DM von damals mit „gut 500 € von heute“ gleichsetzt, unterschätzt den Betrag fast um die Hälfte. In heutigen Preisen sind es rund 920 €. Die Monatstabelle fehlt hier, weil der Zeitraum länger als 360 Monate ist.
Beispiel 3: die Teuerung seit Jahresbeginn, zweimal gerechnet
Ausgangslage: Sie haben eine Zahl zur Teuerung „seit Jahresbeginn“ gelesen und möchten sie mit einer Rechnung ab Januar vergleichen.
Schritte:
- Wählen Sie „Monate einschließlich“, Startmonat Januar 2026, Endmonat September 2026, Betrag 1.000 €.
- Klicken Sie auf „Zum Vergleich anheften“.
- Stellen Sie die Zählweise auf „Zwischen Monaten“ um.
Ergebnis: „Monate einschließlich“ ergibt einen Preisindex von 103,2 %, 9 Monate und 1.031,78 €. „Zwischen Monaten“ ergibt 103,1 %, 8 Monate und 1.030,94 €, also 0,84 € weniger als das angeheftete Ergebnis. Die durchschnittliche Inflation pro Jahr bleibt in beiden Fällen leer, weil der Zeitraum kürzer als zwölf Monate ist.
Fazit: „Seit Jahresbeginn“ heißt gegenüber dem letzten Dezember, also „Monate einschließlich“. Der Unterschied ist hier klein, weil die Preise im Januar 2026 kaum gestiegen sind; in einem Jahr mit starkem Januar wäre er größer.
Indexmiete, Prognose oder Rückblick: welcher Rechner passt
KrokFin hat drei Werkzeuge rund um die Inflation, und jedes beantwortet eine andere Frage.
| Frage | Werkzeug | Daten |
|---|---|---|
| Wie haben sich die Preise zwischen zwei Monaten verändert? | Dieser Inflationsrechner | Amtliche Monatsindizes |
| Wie hoch ist ein Betrag nach einer Indexanpassung, voll oder anteilig? | Indexmiete- und Wertsicherungsrechner | Amtliche Indizes und Ihr Anteil |
| Was kauft eine Summe in 10 oder 20 Jahren? | Inflationswirkungsrechner | Eine Rate, die Sie wählen |
| Schlagen Erspartes oder Anlagen die Inflation? | Einlage-vs.-Investment-Rechner | Ihre Zinsen, Steuern und Kosten |
Der Indexmiete- und Wertsicherungsrechner wendet die Preisveränderung von einem Basismonat bis zu einem Zielmonat auf einen Betrag an, ganz oder nur zu einem Anteil, so wie viele Miet- und Vertragsklauseln funktionieren. Nehmen Sie ihn, wenn Sie den angepassten Betrag brauchen und nicht nur ein allgemeines Bild.
Der Inflationswirkungsrechner blickt nach vorn. Sie geben eine erwartete jährliche Inflation ein und sehen, was Ihr Geld künftig noch kauft und welche Rendite den Verlust ausgleichen würde. Die durchschnittliche Inflation aus diesem Rechner ist ein guter Ausgangswert dafür. Tagesgeld und Anlage nach Steuern und Kosten vergleicht der Einlage-vs.-Investment-Rechner, ein Sparziel in heutigem Geld setzt der Anlagezielrechner.
Was das Gesetz zur Indexmiete sagt
Bei der Indexmiete ist der Preisindex nicht nur Information, sondern Vertragsgrundlage. Nach § 557b BGB können Vermieter und Mieter schriftlich vereinbaren, dass sich die Miete nach dem vom Statistischen Bundesamt ermittelten „Preisindex für die Lebenshaltung aller privaten Haushalte in Deutschland“ richtet. Das ist die frühere Bezeichnung des Index, den Destatis seit der Umstellung im Jahr 2003 Verbraucherpreisindex für Deutschland nennt, also genau die Reihe dieses Rechners.
Das Gesetz setzt dazu einige Leitplanken. Die Miete muss, von Erhöhungen nach Modernisierung und bei Betriebskosten abgesehen, jeweils mindestens ein Jahr unverändert bleiben. Eine Änderung wird durch Erklärung in Textform geltend gemacht, und darin sind die eingetretene Änderung des Preisindex sowie die neue Miete oder die Erhöhung als Geldbetrag anzugeben. Die geänderte Miete ist ab Beginn des übernächsten Monats nach Zugang der Erklärung zu zahlen. Eine Mieterhöhung auf die ortsübliche Vergleichsmiete ist während einer Indexmiete ausgeschlossen.
Welche zwei Monate verglichen werden, steht im Vertrag oder ergibt sich aus der letzten Anpassung. Mit diesem Rechner prüfen Sie die Indexänderung zwischen diesen Monaten, mit „Zwischen Monaten“, weil zwei Indexstände verglichen werden. Den neuen Mietbetrag berechnet der Indexmiete- und Wertsicherungsrechner. Beides ersetzt keine Rechtsberatung; im Streitfall helfen Mietervereine oder eine Anwältin.
Häufige Fehler
Monatsraten addieren statt multiplizieren. Monatliche Veränderungen bauen aufeinander auf. Über wenige Monate ist der Unterschied klein, über Jahre mit hoher Inflation unterschätzt das Addieren den Anstieg deutlich.
Die beiden Zählweisen verwechseln. Angaben „seit Jahresbeginn“ und Jahreswerte von Dezember zu Dezember werden ab dem vorangegangenen Dezember gemessen. Wer „Zwischen Monaten“ ab Januar wählt, lässt einen Monat weg. Prüfen Sie „Berücksichtigte Monate“.
Dezember zu Dezember mit dem Jahresdurchschnitt gleichsetzen. Die Jahresteuerung, die Destatis im Januar meldet, vergleicht Jahresdurchschnitte. Sie weicht von der Veränderung Dezember zu Dezember ab, oft um mehrere Zehntel.
Inflation mit dem Kaufkraftverlust verwechseln. Verdoppelte Preise heißen, Geld kauft halb so viel, also 50 % weniger, nicht 100 %. Der Rechner zeigt beide Zahlen getrennt.
Einen Monat aufs Jahr hochrechnen. Ein Anstieg um 0,6 % in einem Monat bedeutet nicht 7,4 % im Jahr; die folgenden Monate können ruhiger sein. Deshalb rechnet der Rechner unter zwölf Monaten keine durchschnittliche Jahresinflation.
D-Mark als Euro eingeben. Wer 1.000 DM als 1.000 € einträgt, erhält ein fast doppelt so hohes Ergebnis. Rechnen Sie Beträge von vor 2002 zuerst mit 1,95583 um.
Den falschen Index nehmen. Wenn ein Vertrag den HVPI oder einen Index für eine bestimmte Haushaltsgruppe nennt, passt der VPI nicht. Und für Erspartes in Dollar zählt die US-Inflation, nicht die deutsche.
Grenzen und Datenstand
Der Rechner zeigt die Veränderung des durchschnittlichen Verbraucherpreisniveaus nach einem amtlichen Index. Ihre eigenen Ausgaben kennt er nicht: Wenn Miete, Energie oder Lebensmittel den größten Teil Ihres Budgets ausmachen, war Ihre persönliche Inflation vielleicht höher oder niedriger. Wechselkurse, Steuern, Zinsen und Renditen berücksichtigt er nicht. Wie Inflation neben Risiko und Rendite verschiedener Anlagen einzuordnen ist, erklärt der Grundlagenartikel über Risiko und Rendite.
Die Daten enden mit dem letzten veröffentlichten Monat, und der Rechner sagt keine künftigen Indexstände voraus. Gerundet wird nur für die Anzeige: Beträge auf den Cent, Prozentwerte auf eine Nachkommastelle. Das Ergebnis ist keine Rechts- oder Steuerberatung und ersetzt keine Berechnung, die ein Gesetz oder Vertrag vorschreibt.
Wenn Sie überlegen, wo Geld seinen Wert behalten kann, lesen Sie als Nächstes, was Anleihen sind. Für Entscheidungen über Ihre eigenen Ersparnisse, Schulden oder die Altersvorsorge kann eine qualifizierte, unabhängige Finanzberatung sinnvoll sein.
Häufig gestellte Fragen
Kurze Antworten dazu, was dieser Inflationsrechner zeigt, wie die Teuerung über einen Zeitraum berechnet wird, wie sich die beiden Zählweisen unterscheiden und woher die Preisdaten stammen.